Alexa Skills und Voice Apps als neuer Kanal für Influencer und Promis

Amazon Echo
Bild: Amazon

Das Internet ist im stetigen Wandel, neue Technologien erleichtern es dem Nutzer Informationen aus dem Netz zu ziehen. Was einst mit einem einfachen Webbrowser durch Texteingabe per Tastatur begann und schließlich zum mobilen Surfen per Touch über das Smartphone geführt hat, wird jetzt zusätzlich mit dem gesprochenen Wort erweitert.

Gut 25 Jahre nach der Einführung des Web 1.0  und 15 Jahre nach dem Web 2.0, beginnt das Voice Web oder das Web 3.0. Es zeichnet sich vor allem durch seine strukturierten Daten aus, die per Sprache zugänglich sind. Das Auffinden per Keywords, oder Entdecken durch ein Posting eines Freundes in den Social Medias, wird jetzt also erweitert durch die Erkennung des Nutzerwunsches.

Wie funktioniert das Web 3.0?

Die Rede ist vom sogenannten Intentmarketing, welches die Erfüllung der Nutzerabsicht als oberstes Ziel verfolgt. Als Medium kommen hier  vor allem Sprachassistenten, wie Amazon Alexa oder der Google Assistant zum Einsatz. Sie nehmen den  Nutzerwunsch auf, erkennen die Absicht (Intent), die ein Nutzer mit seiner Äußerung verfolgt und liefern prompt die Antwort auf seine Anfrage.

Damit dies funktioniert müssen die Informationen maschinenlesbar vorliegen. Das allein genügt jedoch noch nicht.  Zudem muss ein Sprachmodell entwickelt werden, dass ein Skill oder Voice App nutzt, um den Intent (Nutzerabsicht) zu erkennen und  ihn anschließend  dem passenden Datenbankeintrag zu zuordnen. Das kling zunächst komplizierter als es ist, ist es aber nicht wirklich.

Im Grunde muss man sich als Betreiber oder Entwickler eines Alexa Skills oder Voice App nur Gedanken darum machen, wie ein Dialog mit dem Nutzer zum gewünschten Ziel führt. Alle möglichen Nutzeräußerung müssen gesammelt werden, damit das Sprachmodell damit trainiert werden kann.  Anschließend muss dieses mit einer Logik, die zum Beispiel in Node.js gecodet wurde verknüpft werden.

Welche Sprachassistenten gibt es?

Voice Web

Aktuell gibt sechs Systeme, die sich den Markt der Sprachassistenten in Deutschland aufteilen. Der Großteil hält Amazon Alexa, gefolgt von Google Assistant und weit abgeschlagen als Newcomer Telekom Magenta auf dem Feld der Smartspeaker. Auf dem Smartphone führt der Google Assistant, gefolgt Apples Siri, Amazons Alexa und Samsungs Bixby. Microsofts Cortana existiert faktisch nur noch auf dem PC und soll demnächst eingestellt werden. Microsoft arbeitet hier vermehrt mit Amazon Alexa zusammen.

Wie groß ist der Markt für Sprachassistenten?

Um nur den Platzhirsch im Markt Amazon Alexa als Beispiel zu nennen, über 10 Millionen deutsche haben sich die Alexa Android App heruntergeladen. Diese wird benötigt, um einen Smartspeaker einzurichten.  Das allein ist aber nur der Anfang. Diese Smartspeaker werden vorwiegend in Familienhaushalten mit mehreren Mitgliedern verwendet.  Hinzu kommen noch die 34 Millionen FireTV weltweit Nutzer, die ihr TV-Gerät als Smartdisplay nutzen. Plus die ca. 100 Millionen Amazon Music  App Verwender, die es Weltweit gibt. Ich selbst schätze den Nutzerkreis von Amazon Alexa im niedrigen zweistellgien Millionenbereich in Deutschland, aber mit steigender Tendenz.

Der Google Assistant dürfte von der Nutzerzahl nochmal deutlich größer sein, weil er eben so gut wie allen modernen Android Smartphones integriert ist.  Harte gesicherte Zahlen sind mir jedoch leider nicht bekannt und lassen sich derzeit auch nicht im Web finden.  Meist ist hier nur die Rede von Verkaufszahlen von Smartspeakern. Diese Messgröße ist jedoch, wie vorher erwähnt immer noch sehr ungenau.

Nur wo kommt jetzt der Influencer ins Spiel?

Influencer

Die Antwort stand schon vier Abschnitte vorher. Ein Nutzer muss dem Sprachassistenten sagen, wo er die Informationen findet.  Das ist in der Web 3. 0 Welt keine Suchmaschine oder Social Media Portal, sondern die Voice App. Diese muss dann nicht einen Marken Namen, sondern kann den Namen einer Person tragen.

Beispiel
Alexa, frage Held der Steine was gibt es neues?“

Idealerweise hätte jetzt zum Beispiel der Youtuber Thomas Panke (alias Held der Steine auf Youtube) einen Skill, der dem Nutzer automatisch seinen Podcast mit der neuesten Folge startet oder, falls der Nutzer einen Echo Show hat, zu seinem Youtube Kanal führt. Anschließend könnte der Nutzer die Videos des Youtubers anschauen.  Das ist nur ein rein theoretisches Beispiel.

Ich habe aber noch ein ganz konkretes Beispiel. So hat der SEO-Podcaster Christian B. Schmidt von mir einen Skill programmieren lassen, der seinen Podcast abspielt.  Der Skill heißt „SEO-Experte“ und kann von Alexa Nutzern wie folgt aufgerufen werden: „Alexa, spiele die neuste Folge von SEO-Experte.“

Der Nutzer kann also ganz einfach per Sprache den neusten Content von diesem Podcaster konsumieren. Darüber hinaus können die Skill-Nutzer Fachfragen stellen und diese werden von dem Skill beantwortet.

Was sind die Vorteile für Nutzer und Influencer & Stars?

Der Vorteil für den Nutzer ist, dass er deutlich schneller an den Inhalt des Influencers gelangt, als wenn er mühselig anhand einer Webseitenstruktur,  die er zunächst verstehen muss, sich durchhangelt.

Der Influencer hat den Vorteil im Moment, dass noch nicht wirklich viele Angebote von Influencern in dieser Voice Web Welt gibt somit generische Begriffe für sich besetzen kann. Auch ist das allgemeine Werberauschen durch eventuelle Mitbewerber viel geringer. Der Sprachassistent liefert eben nur eine Antwort auf eine Anfrage, anstatt einer Linkliste.

In den USA ist man auf diesem Feld schon sehr viel weiter. Hier betreiben Künstler eigene Skills und verkaufen schon exklusiv ihre Songs über die Sprachassistent und liefern ihren Fans Hintergrundinformationen. Wenn ein Alexa Skill richtig gut programmiert ist, nutzt er nicht die Stimme von Alexa, sondern die Stimme des Stars. Der Nutzer bekommt so das Gefühl direkt mit dem Star zu sprechen.

Chancen für Newcomer

Wer jetzt in die Welt der Smartspeaker und Smartdisplays als Publisher oder Influencer einsteigt, kann hier relativ leicht noch  generische Begriffe besetzen und sie mit seinem Inhalt füllen. Darüber hinaus bieten Skills und Voice Apps eine vollautomatisierte Interaktivität mit der Zielgruppe.

Wo soll ich anfangen, wenn ich hier mitspielen möchte?

Für den Einstieg empfehle ich einen Alexa Skill, ganz einfach deswegen, weil die Verbreitung von Alexa, der von Google Assistant fast ebenbürtig ist. Als Publisher hat man zudem hier die Möglichkeit  über Smartdisplays visuellen Content (Foto & Video) zu präsentieren. Auch die Auswahl an Geräten und Smarthome Gadgets sind hier viel größer, sodass die Nutzer im Moment eher zu Amazons Alexa tendieren. Auch die aggressive Preispolitik von Amazon drückt derzeit die Smartspeaker und Displays in den Markt.  Die Amazon Echo Show Geräte können sogar wie ein Tablet genutzt werden. Hier lassen sich Webseiten per Sprache öffnen und man kann auch hier seine Affiliate-Links setzen.  Zudem ist Amazon sehr agil, was Neuerungen und Nutzungsszenarien angeht.  Vom Google Assistant hört man aktuell weniger, wohin die Reise gehen soll.

Ein weiteres Argument für Alexa ist, dass die Nutzer auf neue Skills hingewiesen werden, wenn die Nutzeräußerung zur Skill-Beschreibung passt. Bei Google ist mir derartiges noch nicht bekannt.

Wenn man schon bestehenden Content hat sollte man diesen hier für die Sprachsteuerung zugänglich aufbereiten. Podcaster und Youtuber sind hier eindeutig im Vorteil gegenüber Instaramern. Da sie nur einfach ihren Content über einen bestehenden Feed einbinden können. Wer mag kann sich leicht in die Technik einlesen.

Es gibt sogar Webbaukästen, mit denen man seinen Skill oder Voice App per Drag und Drop erstellen kann (siehe Voiceflow). Allerdings haben diese Baukastensysteme immer auch den Nachteil, dass sie regelmäßige Kosten in Form von Abos produzieren und noch nicht den vollen Funktionsumfang unterstützen, als wenn man so eine App selber programmiert und individuell programmieren lässt.


Über den Autor

Sammy Zimmermanns ist seit über 15 Jahren in der Suchmaschinenoptimierung tätig und war Sprecher auf mehreren Fachkonferenzen. Seit 2016 beschäftigt er sich mit Entwicklung von Voice Apps und Amazon Alexa Skill und hat 2020 ein Fachbuch zum Thema „Alexa Skills programmieren“ im Mitp Verlag veröffentlicht. Seine Dienstleitung bietet er auf Seiner Website internet-pr-beratung.de an.

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