Zunahme von Lauschangriffen auf deutsche Firmen

Drohne mit Wärmebildkamera
Drohne mit Wärmebildkamera

Spionage kommt heute oft sehr unscheinbar daher. Früher handelte es sich in der Regel um die physische Überwachung von Personen oder das Ausspähen von Objekten. Sie ist auch heute noch gebräuchlich. Spionage 2.0 kommt allerdings smarter daher und bleibt dank digitaler Technik nicht selten lange unentdeckt.

Spionage von Unternehmen nimmt stark zu

Im Mittelpunkt moderner Lauschangriffe stehen heute Unternehmen. Oft sind es Mittelständler, bei denen Geheimnisse abgeschöpft werden. Mit Nachdruck warnt das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) vor dieser Gefahr. Nicht selten stecken Regierungen anderer Staaten hinter den Angriffen, die hochsensible Daten stehlen wollen.

Im Fokus stehen dabei Firmen, die über gefragte Spezialkenntnisse verfügen. Viele mittelständische Unternehmen sind sich der Bedrohung nicht bewusst und investieren zu wenig in den Schutz ihrer IT-Infrastruktur. Sie werden dadurch unbemerkt zum Angriffsziel von Cyberattacken. Der Schaden für die Unternehmen und die Volkswirtschaft steigt jedes Jahr.

Sorglosigkeit macht es Datendieben leicht

Die Zeiten, in denen nette Herren im Anzug auf Messen mit Fotoapparaten erschienen, sind vorbei. Moderne Industriespionage findet im Verborgenen statt. Die Agenten sind heute hochspezialisierte IT-Fachleute. Sie treffen bei ihren Opfern auf viel Sorglosigkeit. Vielfach sind Produktinformationen, Interna und Kontaktadressen auf dem Laptop gespeichert.

Risiko öffentliche Netzwerke

Viele Nutzer verwenden ihre Laptops auch in öffentlichen Netzwerken. Über diese Netze verbinden sich Unternehmer und Mitarbeiter mit dem Firmennetzwerk. Oft sind die Laptops nicht ausreichend gegen Cyberattacken geschützt und eignen sich so perfekt für Kriminelle, um Geheimnisse auszuspähen. Dabei liefert das öffentliche Netzwerk, dazu zählen auch kostenfreie Netze von Kommunen, ein perfektes Einfallstor für Spione. Ein Laptop ist ein perfektes Tor zum Firmennetzwerk. Oft sind Unternehmen gegen solche Angriffe unzureichend abgesichert. Cyberattacken lassen sich erst spät entdecken, so dass der Schaden bereits beträchtlich ist.

Der Schaden ist immens

Mittelständische Unternehmen kommen auf sehr hohe Umsätze und beschäftigen hunderte Mitarbeiter. Sie produzieren nicht selten innovative Produkte und sind Marktführer in ihrer Branche. Die Schadsoftware schleusen Kriminelle beispielsweise über E-Mails, Videos oder Links in das System. Schadprogramme übernehmen heimlich Schritt für Schritt den Computer und das Netzwerk. Die Auswirkungen können Unternehmen in die Insolvenz führen.

James Bond wäre neidisch

Neben der Cyberkriminalität bleibt physische Spionage ein Problem. Die Wanzen und Kameras wurden kleiner und sind dadurch schwerer zu entdecken. Dank digitaler Technik weisen die Ergebnisse eine hohe Qualität auf. Ziel solcher Angriffe sind Konferenzräume, aus denen die Spione vertrauliche Besprechungen live übertragen und verfolgen. Die Arglosigkeit von Unternehmern erlaubt es Kriminellen teilweise sogar, an solchen Unterhaltungen teilzunehmen. Sie übertragen die Gespräche mit dem Smartphone nach außen. Spezialisten im Abhörschutz wie die Experten von Lauschabwehr24.de spüren Abhörtechnik auf und können Unternehmen so vor einem immensen Schaden bewahren. Dabei lauert die Gefahr nicht nur außerhalb des Betriebes.

Mitarbeiter werden zu Komplizen

Oft sitzt der Feind in der eigenen Organisation. Mitarbeiter könnten unbeabsichtigt zum Komplizen Krimineller werden, beispielsweise indem Schadsoftware unbemerkt auf Laptop, Tablet oder Smartphone kam. Es gibt auch Gründe, durch die Angestellte zu aktiven Mittätern werden. Unzufriedene Mitarbeiter neigen dazu, sich illoyal zu verhalten. Dies nutzen Konkurrenz und ausländische Geheimdienste aus, um an wertvolle Informationen zu gelangen. Deshalb sind in einem Unternehmen klare Regeln wichtig. Informationen sollten nur die Mitarbeiter erhalten, die diese für ihre Arbeit benötigen.

Internationale Wirtschaftsspionage interessiert sich für deutsches Know-how

Nicht nur die Konkurrenz, auch ausländische Geheimdienste interessieren sich für deutsches Know-how. Sicherheitsexperten sehen vor allem Agenten aus Russland, China oder der Türkei als potenzielle Gefahr. Besonders listig geht China vor. Ausländische Unternehmen, die im Reich der Mitte Fuß fassen wollen, verpflichtet das Land zur Gründung eine Joint Ventures mit einem chinesischen Unternehmen. Beendet das deutsche Unternehmen sein Engagement in China, bleibt das Know-how in der Regel zurück.

Von Lauschangriffen ist jedes Unternehmen bedroht

In einer repräsentativen Umfrage ermittelte der Digitalverband, dass jedes zweite Unternehmen schon einmal von Wirtschafts- oder Industriespionage betroffen war (Quelle Bitkom) Die Gefahren durch solche Attacken sind vielfältig. Plagiate sorgen nicht nur für Umsatzeinbußen, sondern schaden dem Ruf des eigenen Produktes.

Im Zusammenhang mit dem Aufbau schneller 5G-Mobilfunktnetze machte der Streit von US-Behörden mit dem chinesischen Netzwerksausrüster Huawei Schlagzeilen. Auch andere Länder äußerten Vorbehalte gegen das Unternehmen. Die Behörden befürchten, dass Huawei Sicherheitslücken in sein System einbaut. Mit ihnen könnten die Smartphones jedes Nutzers gezielt als Spionagemittel des chinesischen Geheimdienstes genutzt werden.

Spionage nicht auf leichte Schulter nehmen

Cyberkriminalität lässt sich gut durch regelmäßige Updates und Schulungen des Personals eindämmen wie auch das Bundesministerium des Inneren im Ratgeber empfiehlt. Schwieriger wird es, physische Schwachstellen zu erkennen. Abhörgeräte, Kameras oder Wanzen sind nicht leicht zu finden. Schon beim kleinsten Verdacht sollten deshalb Experten zurate gezogen werden, die Unternehmens- oder Privaträume professionell untersuchen.

Viele Einsatzmöglichkeiten für Spionagegeräte

Wanzen sind heute so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sind. Sie können in Gegenständen, aber auch Steckdosen versteckt sein. Abhörgeräte in Telefonen können Gespräche live in die ganze Welt übertragen. Auch vorhandene Kabel können umgewidmet werden und einem Spionage-Zweck dienen.

Fachgerechte Suche erforderlich

Sicherheitsexperten kennen die kritischen Elemente. Dabei kommt moderne Technik zum Einsatz. Bei einem Verdacht lassen sich harmlos wirkende Gegenstände röntgen, um zu ermitteln, ob eine Manipulation vorliegt. Zwischendecken, aber auch Ordner sind Orte, an denen Spione gern ihre Geräte platzieren. Geräte wie Feuermelder werden geröntgt und einer Funktionskontrolle unterzogen. Bei Telefonen prüfen die Experten das Protokoll, um Manipulationen aufzuspüren. Auch Smartphones und Autos untersuchen die Techniker.

Aktiv Lauschangriffen begegnen

Neben der Suche nach Wanzen und ähnlichen Spionagegeräten steht ein ganzes Arsenal an Technik zum Einsatz. Der Verhinderung von Lauschangriffen ist deshalb mehr als Detektivarbeit. Es kommen gut ausgebildete Experten zum Einsatz, die ein hochentwickeltes technisches Equipment einsetzen. Darunter befinden sich Wärmebildkameras, Hochfrequenzscanner, Video- oder GSM-Detektoren.

Aufwand lohnt sich

Die deutsche Volkswirtschaft verliert im Jahr rund 51 Mrd. Euro durch digitale Wirtschaftsspionage. Immerhin 39 % der Täter kommen aus dem Umfeld der eigenen Firma, etwa von Lieferanten oder Wettbewerbern. Am stärksten sind der Automobilbau, Chemie- und Pharmaindustrie, die Finanzbranche und das Gesundheitswesen betroffen. Das Sparen an der Sicherheit vor Lauschangriffen kann für mittelständische Unternehmen schnell zu existenzieller Bedrohung führen.

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